Kleine Braunelle

Kleine Braunelle: Die schöne Heilpflanze im eigenen Garten

Die „Blume des Jahres 2023“ ist die Kleine Braunelle. (Quelle: nabu.de) Die robuste Wildblume sieht nicht nur sehr hübsch aus, sondern hat es auch in sich – in Form von gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen. Wie die Kleine Braunelle wirkt und wie du sie erkennen und sammeln kannst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

 

  • Ernte- und Sammelzeit: Juni bis September
  • Wirkung:  antimikrobiell, antidiabetisch, antioxidativ, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, fiebersenkend, harntreibend, leberschützend
  • Verwendung: Tinkturen, Tees, Umschläge, Speisen und Getränke

Was ist die Kleine Braunelle?

Die Prunella vulgaris, wie sich die Kleine Braunelle in Fachkreisen nennt, gehört zu den Lippenblütlern und ist somit mit der Taubnessel, Goldnessel, dem Gundermann und dem Salbei verwandt. Sie wächst überwiegend auf Wiesen, Weiden, am Wegesrand sowie auf dem heimischen Rasen. Somit kannst du Glück haben und das wundervolle Pflänzchen auch in deinem Garten entdecken!

Dass die Kleine Braunelle als sehr robust gilt, hat seinen Grund. Selbst auf dem gemähten Rasen schlägt sie sich tapfer durch. Außerdem lässt sie sich von Tritten von Vieh auf der Weide nicht beeindrucken. Allerdings kann die Pflanze nicht alles wegstecken. So ging ihr Bestand in den letzten Jahren stark zurück. Die Gründe dafür sind ein zu häufiges Mähen und der Einsatz von giftigen Mitteln zur Unkrautbekämpfung. Dadurch kann die Kleine Braunelle kaum Samen ausbilden. Braunellen-Pflänzchen lassen sich übrigens auch kaufen und in den eigenen Garten pflanzen.

Dabei handelt es sich bei der Kleinen Braunelle um eine wichtige Heilpflanze. Schon im Mittelalter wusste man von ihrer vielseitigen Wirkung in der Medizin. Bis heute wird sie in der Traditionellen Chinesischen Medizin sowie bei den indigenen Völkern Nordamerikas sehr geschätzt.

Kleine Braunelle

Woran erkenne ich die Kleine Braunelle?

Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich bei der Kleinen Braunelle um eine kleine Pflanze. Ihre Wuchshöhe beträgt gerade einmal 5 bis 25 cm. Doch woher kommt der Name Braunelle? Dieser Teil des Namens der „Blume des Jahres 2023“ bezieht sich auf die braune Farbe, die die Kelchblätter beim Verblühen annehmen. Diese Blätter umschließend die blauvioletten Kronblätter. Der Blütenstand sieht dann aus wie ein kleiner Tannenzapfen.

Charakteristisch für die Kleine Braunelle sind kleine Einzelblüten mit blauvioletter Färbung. Sie sitzen gedrängt am Ende des Sprosses. Die Pflanze blüht von Juni bis September und liefert in dieser Zeit wichtige Nahrung für Bienen und andere Insekten.

Der Stängel wächst aufrecht und ist spärlich behaart. Daraus gehen gegenständig 4 bis 5 cm lange eiförmige Blätter hervor. Das oberste Blattpaar wächst direkt unterhalb des Blütenstands. Die Blüten sind 1 bis 4 cm hoch und bestehen aus vielen lilafarbenen Einzelblüten.

Es gibt eine gewisse Verwechslungsgefahr: Die Kleine Braunelle wird gern mit dem Günsel oder dem Gundermann verwechselt. Sie beide sind ebenfalls wertvolle Heilpflanzen, sodass von einer Verwechslung keine Gefahr ausgeht. In manchen Fällen kann die kleine Braunelle auch mit der Purpurroten Taubnessel verwechselt werden.

Warum ist die Kleine Braunelle so gesund?

Im Mittelalter wurde die Kleine Braunelle schon bei Bluthochdruck, Erkältungsbeschwerden, Fieber und Verdauungsproblemen eingesetzt. Auch in der chinesischen Medizin ist die Heilpflanze gut bekannt. Sie gilt als Universalheilmittel, weshalb sie in früheren Zeiten die alternativen Namen Allheil, Gutheil oder Immergsund erhielt.

Am häufigsten wurde die Kleine Braunelle jedoch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Daher bezeichnete man das Blümchen auch als Halskraut oder Mundfäulekraut. Zu diesem Zweck wurde ein Gurgelwasser zubereitet. Dafür wurde die blühende Kleine Braunelle in Honigwasser oder Wein ausgekocht. Heute weiß man auch, dass ein Tee aus dem Gewächs ausreicht.

Nicht nur für die innere Anwendung war die Kleine Braunelle beliebt. Auch äußerlich angewendet, soll sie eine hohe Wirkungskraft bieten. Als Wundwurz, Tischlergras und Zimmermanskraut bezeichnet, wusch man mit ihr Wunden aus und nutzte auf diese Weise ihre schmerzstillende und wundheilende Wirkung. Oft kamen auch in Kleine Braunelle-Tee getränkte Tücher als Umschläge für Prellungen und Quetschungen zum Einsatz.

In der Volksheilkunde wird die Kleine Braunelle noch überwiegend bei Lungenbeschwerden und Husten eingesetzt. Wirksam soll die Pflanze besonders durch ihre enthaltenen Triterpen-Saponine sein. Allerdings gerät ihre Heilwirkung mehr und mehr in Vergessenheit. Während die Kleine Braunelle in Europa kaum verwendet wird, spielt sie jedoch in der Traditionellen Chinesischen Medizin keine unwichtige Rolle. Es gibt ein Heilmittel, das sich Xia Ku Cao nennt, welches aus getrockneten Blütenköpfen der Braunelle besteht. Das Mittel findet vorwiegend bei einer gestörten Leberfunktion Anwendung. Dazu gehören oftmals auch Beschwerden wie:

  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schwindelgefühl
  • Augenentzündungen
  • Magen-Darm-Entzündungen
  • Hepatitis
  • Drüsenschwellungen

Auch in Nordamerika findet die Kleine Braunelle Anwendung. Indigene Volksstämme nutzen die Heilpflanze zur Stärkung des Herzens oder setzen sie bei Erkältungen ein. (Quelle: heilpflanzen.thieme.de)

Kleine Braunelle

Wie verwende ich die Kleine Braunelle in der Küche?

Die Kleine Braunelle hat einen leicht bitteren Geschmack, ist jedoch recht aromatisch. Daher wird sie gern zum Würzen von Kräuterbutter, Dressings und Wildkräutersuppen verwendet. Du kannst die Blüten auch trocknen und in eine Gewürzmühle geben, um jederzeit eine natürliche Würze zur Hand zu haben.

Wächst die Kleine Braunelle auch in deinem Garten? Wusstest du, dass sie so gesund ist? Wir freuen uns über deinen Kommentar!

1 Kommentar

  • Samira

    Ich kannte die Kleine Braunelle noch nicht. Ich werde auf meinem nächsten Spaziergang mal Ausschau nach ihr halten. So ein süßes Pflänzchen!

Schreibe mir deine Gedanken dazu:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert