Bärlauch: Rezepte, gesundheitliche Wirkung und Verwechslungsgefahr

Starker Knoblauchgeruch, wo man geht und steht: Die Bärlauchsaison hat es in sich! Während sich die einen von dem Geruch gestört fühlen, freuen sich andere über die Pflanze. Wusstest du, dass Bärlauch ziemlich gesund ist? Warum das so ist und was du mit Bärlauch zubereiten kannst, verraten wir dir in diesem Artikel. Außerdem zeigen wir dir, wie du Bärlauch nicht mit dem Maiglöckchen verwechseln kannst!

  • Ernte- und Sammelzeit: März bis Ende April
  • Wirkung: natürliches Antibiotikum, beruhigend für Magen und Darm, cholesterin- und blutdrucksenkend
  • Verwendung: verschiedene Speisen

Was ist Bärlauch?

Wenn man an Bärlauch vorbeigeht oder -fährt, kann man ihn gar nicht übersehen – oder besser gesagt: überriechen. Bärlauch hat einen intensiven knoblauchartigen Geruch, was ihn in der Küche so beliebt macht. Der Allium ursinum, wie Bärlauch in der Botanik genannt wird, ist ein mehrjähriges Gewächs, das sowohl wild wächst als auch im Garten kultiviert werden kann. Weitere Namen der Pflanze sind:

 

  • Waldknoblauch
  • Wilder Knoblauch
  • Knoblauchspinat
  • Hexenzwiebel
  • Bärenlauch
  • Hundsknofel

 

Er gehört zu den Zwiebel- und Lauchgewächsen und damit zur Familie der Narzissengewächse. Er wächst in schattigen und feuchten Gebieten, daher gerne in Laubwäldern oder in Auen und an Bachufern. Von März bis Juni findest du das stark riechende Gewächs. Sammeln solltest du ihn jedoch nur bis etwa Ende April.

 

 

Bärlauch im Wald

Woran erkenne ich Bärlauch und besteht eine Verwechslungsgefahr?

Viele, die das erste Mal Bärlauchsammeln gehen, haben Angst: Was, wenn ich Bärlauch mit dem giftigen Doppelgänger, dem Maiglöckchen, verwechsle? Wir zeigen dir, wie du das ganz einfach vermeiden kannst. Allerdings gilt beim Sammeln von wilden Pflanzen immer: Nimm nur das mit nach Hause, wovon du dir auch absolut sicher bist, dass du es selbst bestimmen kannst!

Bärlauch zeichnet sich durch hellgrüne Blätter aus, die länglich-spitz verlaufen und an der Unterseite matt sind. Sie sind bis zu 25 cm lang. Blüht Knoblauch, sind seine Blütenstände halbkugelig. Sieh dir die Blüte einmal genauer an: Sie besteht aus vielen kleinen, weißen, sternförmigen Einzelblüten. Allerdings schmeckt Bärlauch nicht mehr, ehe er einmal zu blühen begonnen hat. Dies ist Anfang Mai der Fall.

Maiglöckchen hingegen sind geruchlos und schmecken bitter. Probieren solltest du sie jedoch keinesfalls – diese Pflanzen sind giftig! Zum Test kannst du einfach ein Blatt zwischen deinen Fingern verreiben und daran riechen. Kannst du keinen Knoblauch-Geruch vernehmen, hast du es vermutlich mit dem giftigen Doppelgänger zu tun. Doch auch die Blätter unterscheiden sich. Während Bärlauch eine matte Blattunterseite haben, glänzen Maiglöckchen. Zudem verfügen Bärlauchblätter über jeweils nur einen Stiel. Bei Maiglöckchen wachsen immer zwei Blätter an einem Stiel.

Zudem sind Zeitpunkt und Standort aussagekräftig: Bärlauch zeigt sich zeitig im Jahr und wächst in Laub-, Misch- und Auwäldern. Das Maiglöckchen hingegen wächst erst ab Mitte April und ist in Wäldern und Gärten anzutreffen.

 

Tipp: Bist du dir absolut unsicher und möchtest keine Vergiftung riskieren, die sogar tödlich enden kann, solltest du Bärlauch besser auf dem Wochenmarkt kaufen oder bequem im Garten selber anbauen.

Warum ist Bärlauch so gesund?

Hast du erfolgreich ein Büschel Bärlauch erstehen können, solltest du wissen, wie du ihn am besten einsetzt. Eines ist klar: Die Pflanze gilt als sehr gesund und wird in der Naturheilkunde gern empfohlen.

Seine Inhaltsstoffe machen Bärlauch sehr attraktiv. Er steckt voller Vitamin C, Magnesium und Eisen. Außerdem soll er beruhigend bei Magen- und Darmbeschwerden wirken und dabei helfen, Cholesterin sowie Blutdruck zu senken.

Wie auch Knoblauch enthält Bärlauch Allicin. Dieser Inhaltsstoff gilt schon lange als natürliches Antibiotikum. Diese schwefelhaltige Verbindung ist es übrigens auch, die für den charakteristischen Geruch verantwortlich ist. Wusstest du, dass sie nur über Atem und Haut ausgeschieden wird? Deshalb kommt es nach dem Verzehr zu dem typischen Mundgeruch.

Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist Chlorophyll – der pflanzliche Farbstoff, der den Blättern ihre grüne Farbe verleiht. Dieser Stoff ist nah mit Hämoglobin verwandt, was für das menschliche Blut essenziell und für den Transport von Sauerstoff in den Zellen zuständig ist. Chlorophyll soll die Blutbildung verbessern und die Sauerstoffversorgung unterstützen, was es so beliebt bei einer natürlichen Entgiftung des Körpers macht.

geernteter Bärlauch

Wie verwende ich Bärlauch in der Küche?

Sobald die grünen Blätter aus dem Boden sprießen, folgen dazu passende Rezepte. Bärlauch lässt sich so vielfältig in der Küche einsetzen, sodass es gar nicht möglich ist, an dieser Stelle alle Möglichkeiten anzuführen. Wir haben uns daher für 3 Rezepte entschieden, die wir selbst gerne nachkochen: Würziges Bärlauch-Pesto für Pasta und Co., Bärlauch-Kräuterbutter für das erste Angrillen im Frühjahr und glutenfreie Bärlauch-Brötchen als Snack für zwischendurch!

Rezept: Bärlauch-Pesto

Zutaten:

  • 200 g Bärlauch
  • 25 g Pinienkerne
  • 25 g frisch geriebener Parmesan
  • 1 TL Salz
  • 200 ml Olivenöl

 

Zubereitung:

 

  1. Bärlauch waschen, trockentupfen und in Streifen schneiden.
  2. Pinienkerne in einer Pfanne anrösten und fein hacken.
  3. Zusammen mit den restlichen Zutaten vermischen und in einem Mixer oder Mörser zerkleinern.
  4. Abschmecken und in Gläser abfüllen. Mit Olivenöl bedecken, sodass sich die Haltbarkeit erhöht.

 

Bärlauch pesto

Rezept: Kräuterbutter mit Bärlauch

Zutaten:

 

  • 50 g Bärlauch
  • 125 g zimmerwarme, weiche Butter
  • Gemischte Kräuter nach Belieben, z.B. Thymian, Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Lavendel
  • Etwas Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

 

  1. Bärlauch waschen, trockentupfen und fein hacken.
  2. Butter mit einer Gabel in einer Schüssel zerdrücken.
  3. Weitere Kräuter fein hacken und mit dem Bärlauch vermischen.
  4. Kräutermischung zu der Butter geben, mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermengen.

Rezept: Glutenfreie Bärlauch-Brötchen

Zutaten:

  • 200 g Maismehl
  • 180 g Reismehl
  • 15 g Flohsamen
  • 1 Päckchen Trockenbackhefe
  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Bund Bärlauch
  • etwas Olivenöl

Zubereitung:

  1. Trockene Zutaten in einer Rührschüssel miteinander vermischen.
  2.  Lauwarmes Wasser unter ständigem Rühren zugeben. Abgedeckt circa 2 Stunden gehen lassen.
  3. Bärlauch fein hacken oder in Streifen schneiden und mit Olivenöl vermengen. Unter den Hefeteig kneten.
  4. Brötchen formen und in eine Muffinbackform geben.
  5. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C circa 30 Minuten backen.
Bärlauch-Brötchen

Ist Bärlauch auch in deiner Küche jährlich ein beliebter Star? Oder hast du Bärlauch neu für dich entdeckt und eines unserer Rezepte ausprobiert? Dann lass es uns gerne in den Kommentaren wissen. Wir freuen uns auf deine Erfahrungen!

Schreibe mir deine Gedanken dazu:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert